Camphill Liebenfels: wie alles anfing....

Hanna Follner - Günderin von Camphill LiebenfelsDie Camphill-Einrichtung in Liebenfels wurde gegründet von der Künstlerin und Pädagogin Hanna Follner .

Auf einer Ferienreise in England 1974 war sie mit der Camphill-Idee in Berührung gekommen vor allem durch Peter Roth, Priester der Christengemeinschaft und Gründer der ersten Dorfgemeinschaft. Wie viele andere spätere „Camphiller“ war er aus Wien während der Nazizeit emigriert. Durch das Treffen mit Peter Roth wurde die Idee geboren, in Österreich etwas Vergleichbares mit behinderten Erwachsenen zu schaffen.

Ursprünglich war Frau Follner nach einer Ausbildung im Modefach tätig gewesen in den Bereichen Stoffmalerei, -druck und Batik. Ausstellungen von ihr fanden in Graz, Klagenfurt, Johannesburg und Kapstadt (Südafrika) statt. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Südafrika begann Hanna Follner ein pädagogisches Studium in Graz. Dabei kam sie in Kontakt mit der anthroposophischen Weltanschauung und wechselte zum Waldorflehrerseminar nach Stuttgart über. Sie arbeitete danach als Lehrerin in der Rudolf-Steiner-Schule in Nürnberg.

Mit Dorli Imhoff fand Hanna Follner die passende Partnerin, um ihre Camphill-Idee in Österreich zu verwirklichen. Vor allem steuerte Frau Imhoff einen größeren finanziellen Beitrag bei, so dass es gelang, in Kärnten ein Bauerngehöft zu pachten. 1976 wurde der Trägerverein gegründet und die ersten Bewohner trafen in Liebenfels ein. Zwei Jahre nach dem Beginn der Arbeit schloss sich Liebenfels der weltweiten Camphill-Bewegung an. In den ersten sieben Jahren wurden nach und nach weitere Grundstücke gepachtet und gekauft.

Frau Hanna Follner wurde vom Bundespräsidenten der Republik Österreich für ihr humanitäres Engagement mit dem Silbernen Verdienstzeichen geehrt, und hatte auch das Ehrenzeichen des Landes Kärnten und das Goldene Ehrenzeichen der Marktgemeinde Liebenfels erhalten.

Sie ist am 25. November 2008 im 79. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verstorben. Camphill Liebenfels wird Frau Hanna Follner immer in Dankbarkeit verbunden bleiben und sie in guter Erinnerung behalten.